ICP-OES und Salzdichte…

Das verwirrende Zusammenspiel zwischen Salzdichte und Analyseergebnisse:

Es gibt inzwischen mehrere Anlaufstellen, um eine professionelle Wasseranalyse durchführen zu lassen.
Manchmal wird dabei gar kein Salzgehalt gemessen, bei anderen wird die Salzdichte zwar angegeben, allerdings nur errechnet und nicht über den korrekten und genauesten Weg (die Spindel) ermittelt.

Daraus ergeben sich leider oftmals falsche Angaben in den Analysen, oder der Anwender handelt aufgrund der angegebenen Ergebnisse falsch.

Wer eine Analyse durchführen lässt, sollte sich im Vorfeld beim angedachten Labor darüber informieren, ob und wie die Salzdichte ermittelt wird, um die Ergebnisse später korrekt auswerten zu können.

Errechnete Salzdichte

Falls die Salzdichte im Labor errechnet wurde, werden bei der Auswertung angepasste Sollwerte angegeben. Die Sollwerte richten sich in diesem Fall immer nach dem errechneten Salzdichte-Wert. Es wird angenommen, dass die Elemente in einem bestimmten Verhältnis zu Salzdichte vorhanden sein müssen. Z.B. 8mg/l bei 35 psu, 7,3 mg/l bei 32 psu.

Wenn die errechnete Salzdichte mit der gemessenen Salzdichte übereinstimmt, sind alle Angaben der Analyse korrekt.

Ein Beispiel hierzu:

Der optimale Strontiumwert liegt bei 8 mg/l bei einer Salzdichte von 35 psu. Hat das Labor eine geringere Salzdichte als 35 psu errechnet z.B. 32 psu, gibt die Analyse einen optimalen Strontiumsollwert von 7,3 mg/l an. Korreliert die errechnete Salzdichte mit der gemessenen, kann man den angegebenen Soll-Wert uneingeschränkt verwenden. Man muss nur die Salzdichte erhöhen. Es steigt damit sowohl die psu als auch der Strontiumwert (bei Angleichung auf 35 psu, steigt Strontium auf ca. 8 mg/l). Liegt der Strontiumwert bei 32 psu unter den 7,3 mg/l , erhöht man den Strontiumwert mit einer Zugabe von x ml auf den angegebenen Sollwert (7,3 mg/l). Anschließen erhöht man die Salzdichte des Beckens mit der Zugabe von Meersalz (in dem ebenfalls Strontium enthalten ist) und erhält somit einen korrekten Wert (soweit es sich um ein gutes Salz handelt) von 8 mg/l bei einer Salzdichte von 35 psu.

Stimmt die errechnete Salzdichte allerdings nicht mit der gemessenen überein, erhält man Ergebnisse, mit denen die Beckenwerte nicht optimal korrigiert werden können.

Beispiele:

Fall 1:Die Analyse errechnet eine Salzdichte von 35 psu, die echte Salzdichte liegt bei 32 psu. Strontium liegt laut Analyse bei 7,3 mg/l und die Analyse gibt einen Sollwert von 8 mg/l an. Der Anwender erhöht nun den Strontiumwert mit der Zugabe von x ml auf den die angegebenen 8 mg/l. Der falsche Salzwert wird ignoriert, weil die Analyse die augenscheinlich korrekten 35 psu angibt.
Ergebnis:Nun passt das Verhältnis der Wasserwerte nicht mehr ( 8mg/l Sr bei 32 psu). Falls der Salzgehalt vom Anwender kontrolliert wird, wird er ihn korrigieren und mit dem Aufsalzen des Beckenwassers den Strontiumwert weit nach oben schieben.
Fall 2:Die Analyse errechnet eine Salzdichte von 32 psu, die echte Salzdichte liegt bei 35 psu. Der Strontiumwert liegt laut Analyse bei 7,3 mg/l und gibt auch einen Sollwert von 7,3 mg/l an. Der Anwender geht von einem zu geringen Salzgehalt aus und einem korrekten Sr-Wert. Er erhöht also die Salzdichte.
Ergebnis:Das Verhältnis Salzgehalt/Strontium passt, aber die Salzdichte ist nach der Korrektur zu hoch.
Fall 3: Die Analyse errechnet eine Salzdichte von 35 psu, die echte Salzdichte liegt bei 32 psu. Der Strontiumwert liegt laut Analyse bei 8 mg/l und es wird ein Sollwert von 8mg/l angezeigt. Der Anwender geht davon aus, dass alle Werte korrekt ist und wird nicht handeln, oder bei einer späteren Kontrolle und Angleichung der Salzdichte
Ergebnis: Der Anwender wird nicht handeln und die Salzdichte sowohl das Verhältnis ist nicht korrekt. Oder er wird bei einer späteren Kontrolle den Salzgehalt angleichen und den Strontiumwert ebenfalls ungewollt anheben.

ICP-OES ohne Angabe der Salzdichte

Bei Analysen, die komplett ohne gemessener PSU durchgeführt werden, besteht ein ähnliches Problem. Die PSU wird nicht berücksichtig.

Der Anwender korrigiert seine Elementwerte ohne Berücksichtigung der Salzdichte. Das Verhältnis der Mengenelemente zu den Microelementen wird ignoriert. Sobald der Anwender die PSU korrigiert, verschiebt sich die Konzentration der Elemente unkontrollierbar.

Lösungen finden

Der einfachste Lösungsansatz: Die Labore müssten die PSU bei den Analysen mit angeben und desweiterem nicht errechnen, sondern mit Spindel messen. Dies ist allerdings ein erheblicher Mehraufwand und ist vermutlich sowohl zeitlich auch kostentechnisch nicht umsetzbar.

Die schlecht kontrollierbare Abhängigkeit der Nenngrößen PSU, Ist-Wert und Soll-Wert lässt sich auf einfachen Weg umgehen.

Vor jeder Analyse:

Nach jeder Analyse:

  • in der ICP-OES angegebene PSU mit der selbst gemessenen Salzdichte vergleichen und ggf. bei Abweichungen ignorieren
  • Handhabung im Berechnungstool: Selbst gemessene PSU und gewünschte Sollwerte eintragen. Das Tool übernimmt alle weiteren Umrechnungen selbständig.

Für alle Anwender, die unsere Infos lieber in Papierform nutzen wollen, gibt es alles Wissenswerte auch als PDF in unserem Downloadbereich.