Flexibel sein – flexibel bleiben

Um ein gutes Korallenwachstum mit natürlichen aber kräftigen Farben zu erreichen, gilt es nicht nur annähernd perfekte Randbedingung zu schaffen, sondern das System und die Versorgung möglichst stabil aufrecht zu halten.

Wir sind der Meinung, dass die Flexibilität bei der Beckenführung fast am wichtigsten ist. Das Beckenmilieu wird nicht immer gleichbleiben. Die Biologie, der Besatz und der Nährstoffumsatz, alles ist im ständigen Wandel. Wer sich hier mit der Versorgung auf irgendeine Weise festfährt, wird keinen Erfolg haben.

Die richtige Planung

Die Beckenplanung. Das Technikbecken sollte viele Möglichkeiten der Umgestaltung bieten. Je größer, je besser. Dabei geht es nicht um das Wasservolumen im Technikbecken (der Wasserstand darf sogar sehr niedrig gehalten werden), sondern die Verfügbarkeit von Fläche und Kammern, um diese für unterschiedlichste Zwecke zu nutzen.

Filtersäulen, Kalkreaktor (innerhalb oder außerhalb betrieben), Algenrefugium, Ablegerkammer, Isolationskammer für Fische und Korallen, Abschäumer…

Wasserumwälzung: Die Förderpumpe sollte bestenfalls in der Leistung steuerbar sein. Die Strömungspumpen sollte man jederzeit umsetzen und ebenfalls in der Leistung regulieren können.

LED: Um die Beleuchtung auf die aktuelle Situation des Beckens anzupassen, ist es hilfreich diverse Programieroptionen zu haben. Somit lässt sich das Spektrum und die Intensität an den Bedürfnissen der Tiere anpassen und frei steuern. Manchmal ist es hilfreich auf mehrere LED-Module zu setzen. Das hat den Vorteil, dass die Module frei platziert werden und sich unterschiedlich einstellen lassen. Falls es zu einer Reparatur kommt, steht man nicht ganz im Dunkeln, wenn man eine Leuchte zum Hersteller einschicken muss. Bei der Auswahl sollte man auf bekannte Hersteller mit neuster LED-Technik in zuverlässiger bewährter Ausführung setzen. Am besten lässt man sich laufende Anlagen mit der Wunschbeleuchtung zeigen. Wenn das Riff schon länger mit der gewünschten Beleuchtung erfolgreich betrieben wird, kann man beurteilen ob das Ergebnis mit dem einhergeht, was man selbst als Ziel anstrebt (hinsichtlich Besatz und Zustand der Tiere).

Bei T5 erübrigt sich die Ansteuerung des Spektrums. Das ist auch nicht notwendig. Hier ist man flexibel, da die Leuchtmittel jederzeit ausgetauscht werden können. Das für Korallen nutzbare Farbspektrum ist bei den gängigen Röhren durchwegs gut, allerdings sollte man, je nach Besatz, mit der Ausleuchtungsleistung (Fläche) der jeweiligen Lampe nicht sparen. Sehr bewährt haben sich auch Kombilösungen wie LED-T5-Hybriden.

Nährstoffe

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, ist es ratsam den Fischbesatz in passender Relation zum Korallenbesatz zu wählen. Parallel aufgestockter Besatz verhindert Versorgungslücken. Nitrat und Phosphat kann sehr gut über die Besatzdichte gesteuert werden. Nicht gefressenes Futter und Fischkot sorgt für optimal zu verwertende natürliche Nährstoffpartikel. Wer hochwertiges Fischfutter verwendet, kann auf eine zusätzliche Korallenfütterung komplett verzichten. Viele Vitamine, Spurenelemente, Fettsäuren und Aminosäuren werden über den Kot an die Korallen weitergegeben. Die Fische sorgen außerdem für den perfekten Stickstoffeintrag ins freie Wasser. Sowohl tags als auch nachts. Wer anstrebt, große SPS-Stöcke zu pflegen, ist z.B. mit Tieren wie Chromis Viridis gut beraten. Diese halten sich (vor allem nachts) in den SPS-Stöcken auf. Stickstoff und Kot kann direkt von der Koralle aufgenommen werden. Außerdem sorgen die Flossenbewegungen für guten Wasseraustausch an der Basis des Stocks und reinigen die Zwischenräume von Sediment. Viridis sollten in größeren Gruppen (immer über 10 Tiere, besser sogar über 20) gehalten werden. Erst in großen Gruppen kommt es zu keiner festen Paarbildung und nur sehr selten zu Aggressionen innerhalb der Art. Oft wird von Unverträglichkeiten untereinander mit so starken Kämpfen berichtet, dass am Ende nur noch ein Paar übrig blieb. Dies liegt aber nicht im Wesen der Tiere, sondern an einer Falschhaltung mit zu wenigen Artgenossen. In der Natur ist der Viridis als Millionenfisch bekannt. Sieht er aufgrund der kleinen Schwarmgröße sein Überleben in Gefahr, bilden sich zur Eigenerhaltung Paare um die Fortpflanzung zu sichern.

Chromis Viridis

ImOcean Elementversorgung

Elemente werden nicht nur von Korallen benötigt, sondern ebenso von Fischen, Wirbellosen, Bakterien, Plankton und allem voran von allen vorhandenen biologisch aktiven Oberflächen.

Die Verhältnisse dieser Parameter und die Besatzauswahl unserer Miniatur-Riffe gestaltet sich in jedem Becken ganz individuell. Das einzigartige Zusammenspiel der technischen und biologischen Faktoren schafft unterschiedlichste Ansprüche in der Versorgung jedes einzelnen Riffsystems.

Die Biologie ist im ständigen Wandel. Weiterhin verändern sich je nach Jahreszeit (Wassertemperatur, Fremd-Lichteinfall und Luftbelastung), Besatzänderungen, Alterungsprozess der Tiere und der Oberflächen über Wochen, Monate und Jahre die Bedürfnisse an die Elementversorgung. Es ist wichtig auf die jeweilige Situation korrekt reagieren zu können und dem ständigen Wandel ohne Mehraufwand zu folgen. Dieses Vorgehen ist nur über eine Einzelversorgung möglich. Die Tatsache, dass im natürlichen Riff über 70 verschiedene Spurenelemente im freien Wasser nachweisbar sind, heißt nicht, dass diese 70 Elemente auch benötigt/verbraucht bzw. zugegeben werden müssen. Einiges wird allein durch die Futterversorgung der Fische ausreichend eingebracht, anderes wird kaum oder gar nicht biologisch benötigt. Faktoren wie Salz, Kohle, Absorber, Zeolithe und auch die technische Ausstattung beeinflussen den Elementein- und Austrag maßgeblich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Verbrauch zu puffern. Mit Wasserwechsel, Teilerneuerungen des Bodengrundes, Absorberwechsel etc. kann einer Über- oder Unterversorgung etwas entgegengewirkt werden.

Die zusätzlich benötigte Versorgung beschränkt sich dadurch in den meisten Fällen auf ein paar wenige, aber essentiell wichtige Elemente. welche ohne großen Aufwand zugegeben werden können.

Grundstein der Einzelelement-Versorgung ist die ICP-OES-Analyse. Nur mit ihr ist eine korrekte Spurenelement-Anpassung gewährleistet. Zusammen mit der eigenen Beurteilung des Beckenzustands kann die ICP-OES ausreichend interpretiert und Werte richtig angepasst werden.

ImOcean Elemente können entweder zur einmaligen Anhebung bestimmter Werte, dauerhaft ergänzend zu einem beliebigen bereits laufenden Versorgungssystem oder als Komplettversorgung angewand werden. Die genauen Anleitungen hierfür findet ihr im Downloadbereich.

Favites Dragon Soul

Für alle Anwender, die unsere Infos lieber in Papierform nutzen wollen, gibt es alles Wissenswerte auch als PDF in unserem Downloadbereich.