Beste Voraussetzungen schaffen

Um mit einer gezielten Versorgung einen entsprechend guten Erfolg zu verzeichnen, sollten möglichst viele der wichtigsten Grundvoraussetzungen erfüllt sein.

Je besser die vorherrschenden Bedingungen, je besser das Endergebnis.

  • offener, gut durchströmter Riffaufbau
  • leistungsstarker, regelbarer Abschäumer
  • bestmögjiche Lichtversorgung
  • gutes Strömungsbild
  • Technikbecken
  • Förderpumpe mit min. 5facher Umwälzung (l/h) des Beckenvolumens
  • dem Korallenvolumen entsprechend angepasster Fischbesatz

Der Riffaufbau

Der Aufbau sollte so leicht wie möglich gestaltet werden. Mit nur wenigen Auflageflächen/Kontaktflächen am Boden und soviel Strömungsdurchlass wie möglich. Er sollte viel Schwimmraum zu Verfügung stellen, den Tieren aber auch ausreichend Sichtschutz und Rückzugsmöglichkeiten schaffen. Oftmals bieten sich zwei oder mehrere getrennte Aufbauten an. Dies wird von den Tieren gern zur Reviertrennung genutzt und schafft ein entspannteres Zusammenleben. Überhängende Plateaus, Schluchten, buchtartige Gestaltungen und Brücken schaffen für Tier und Betrachter Abwechslung. Versteckmöglichkeiten bei Neuaufbauten oder Umgestaltungen sind für Fische manchmal kaum vorhanden. Diese bilden sich erst im Laufe der Zeit auf ganz natürliche Weise mit dem Wachstum der Korallen. Wenn das Riffskelett anfangs noch zu wenig Schutz für die Bewohner bietet, kann man dies etwas umgehen, indem man vorübergehend kurze Abschnitte aus PVC Rohren oder Winkel und Bögen im Becken verteilt. Diese können später, wenn sich das Riff weiterentwickelt hat je nach Bedarf entnommen werden.

Die Gestaltung sollte sich nach dem später angestrebten Besatzwunsch richten. Und natürlich auch nach den vorgegebenen Randbedingungen und Beschaffenheiten. Bei einem großen Becken bietet es sich an, bei der Wahl des Riffaufbaus eher zu Riffästen zu greifen. Diese bieten wenig Widerstand gegen die Strömung (sowohl vertikal als auch horizontal) und es gibt kaum Oberflächen, auf denen sich Mulm niederlegen kann. Schmodder und Sediment wird besser zum Ablauf befördert und das Becken bleibt sauberer. Besonders Acroporas schätzen einen Aufbau im Astdesign. Sie erhalten über die offene Struktur auch auf den Unterseiten beste Strömung. Eigen- und Fremdabschattungen werden ebenfalls reduziert.

Leichter in der Gestaltung und für das Platzieren von Korallen sind Riffplateaus. Gerade für Neueinsteiger ist der Aufbau sicher und unkompliziert zu handhaben. Hier muss man aber ganz klar von Anfang an einplanen, wie die Oberflächen ausgerichtet werden sollen. Abschattungen entstehen etwas leichter. Sediment bleibt eher liegen und auch der Zugang zur Bodenreinigung sollte bei der Gestaltung durchdacht werden. Mischbesatz oder Becken mit Schwerpunkt LPS-Korallen kommt diese Gestaltung allerdings meistens zu Gute.
Auf den Oberflächen lassen sich Tiere gut „abstellen“. Durch die stärkere Abschattung trotz einer guten Lichtauf- und Verteilung lässt sich für fast jede LPS-Koralle der perfekte Platz finden.

Bei der Wahl der Materialmenge sollte man sich an die Empfehlungen des jeweiligen Herstellers orientieren. Grundsätzlich sei gesagt, dass eine hochwertige Riffkeramik eine weitaus höhere biologische Oberfläche zur Verfügung stellt, als Lebendgestein. Das Material sollte im besten Fall eine gewisse Dicke/Durchmesser nicht überschreiten, damit ein guter Wasseraustausch im inneren des Materials gewährleistet werden kann. Große anerobe Zonen bringen ein gewisses Risiko mit sich. Nimmt der Wasseraustausch ab, entstehen schnell faulige Innen-Bereiche, welche die Biologie beeinträchtigen und Schadstoffe abgeben können. In aneroben Zonen sinkt des weiteren der PH-Wert, was zu chemischen Reaktionen und/oder Freisetzung gebundener Stoffe führt.

Da die biologisch aktiven Oberflächen auch als Verbraucher in Konkurrenz zum Tierbesatz/Korallenbesatz gesehen werden müssen, sollte man gut abwägen, in welchem Verhältnis man die Besiedlungsflächen zur Verfügung stellen möchte. Alle belebten Oberflächen benötigen eine gewisse Versorgung mit lebenswichtigen Elementen, Aminosäuren, Vitaminen, Fetten und Nährstoffen. Chemische Bindungen/Ausfällungen spielen ebenfalls eine Rolle.

Junges Becken mit Riffsystemkeramik

Abschäumer

„Lieber eine Nummer zu groß als zu klein.“ Diese Aussage hört man häufig. Aber das ist nur bedingt richtig. Viel wichtiger ist es, einen Abschäumer einzusetzen, der sich gut regeln und anpassen lässt. Je nach Nährstoffhaushalt und andere Parameter, sollte die Abschäumung mal nasser oder trockener eingestellt werden. Ein starker Schäumer, der sich nicht entsprechend fein justieren lässt, oder sich in der Leistung nicht begrenzen lässt, bringt mehr Probleme als Vorteile mit sich.

Natürlich ist eine starke Abschäumung wichtig. Nicht nur, weil Schadstoffe (biologische und chemische Belastung) aus dem Becken ausgetragen wird, sondern auch, weil man für eine sehr große Wasseroberfläche sorgt, dem Becken Sauerstoff zuführt und Co2 austreibt. Das stabilisiert und hebt den PH-Wert. Man muss sich aber auch darüber im Klaren sein, dass für ein gutes Ergebnis Frischluft benötigt wird. Unterschränke mit wenig Luftaustausch bremsen den Abschäumer in seiner Leistung ein und lassen den PH-Wert (vor allem nachts) stark schwanken. Ist eine ausreichende Frischluftzufuhr nicht gewährleistet, ist es ratsam, den Ansaugschlauch aus dem Technikbecken hinaus zu führen.

Soweit ein ausreichend hoher Co2-Wert im Becken verfügbar ist (bei manchen Becken mit Algenrefugium wird das Co2 abgegriffen und es kann bei einer weiteren Reduzierung zu einer Stickstofflimitierung kommen), kann es hilfreich sein, Atemkalk in einer Säule am Anschluss der Luftansaugung des Abschäumers zu verwenden. Das Granulat entzieht der angesaugten Luft das CO2. (Bei der Wahl des Atemkalks ist unbedingt darauf zu achten, dass es sich um eine stark feuchtigkeitsresistente Variante handelt. „Normaler“ Atemkalk ist für die Aquaristik nicht geeignet, da er anwendungsbedingt bereits nach wenigen Tagen kein Co2 mehr aufnehmen kann.)
Die Co2-reduzierte Frischluft sorgt für einen erhöhten Co2-Austrag über die Abschäumer-Säule. Was wiederum zu einer PH-Stabilisierung und teils Anhebung führt.

Lichtversorgung

Kaum ein anderes Thema wird so heiß diskutiert, wie die Lichtversorgung von Korallen. Dabei ist das Licht zwar überlebenswichtig, aber ein schlechtes Ergebnis in der Korallenhaltung ist nicht gleich auf eine schlechte Lichtversorgung zurück zu führen. Daher heißt es hier mit einem besonderen Feingefühl an das Thema heran zu gehen.

Die Branche kämpft in diesem Segment oftmals um ihr Überleben. Nichts ist schneller Verloren als der gute Ruf. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass oft schon ein einziger Bericht eines Anwenders darüber entscheidet, ob die jeweilige Beleuchtungstechnik bei den Aquarianern anklang findet oder sogar nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwindet.

Dabei lassen sich die Resultate eigentlich an wenigen Gesichtspunkten einfach überprüfen:

Hat man Interesse an einer bestimmten technischen Ausstattung, so sollte man sich vorab über die Technik und die Bezugsfirma informieren. Ein erreichbarer Ansprechpartner und ein guter Support sind mindestens genauso wichtig, wie die technischen Aspekte des Produktes. (von der nachhaltigen Herstellung ganz zu schweigen- > Produktionsort und eventuelle Arbeitssituation der Angestellten)

Geht man anschließend auf die Suche nach Erfahrungsberichten, sollte man sich hier nicht zu schnell blenden oder abschrecken lassen.

Folgende Aspekte sollte man überprüfen:

  • Wie lange ist das Produkt bereits am Markt und gibt es genügend Erfahrungsberichte über einen längeren Zeitraum (min. 1 Jahr)? -> Falls es sich um eine neue Innovation handelt, sollte man den Erfahrungsstand des Herstellers genau unter die Lupe nehmen und sich ggf. Informationen über den Testlauf und die Testbecken geben lassen.
  • Welche Tiere werden in den Referenzbecken gepflegt und stimmt der Besatz mit meinen eigenen Ansprüchen überein?
  • Wie wird/werden das/die Referenzbecken anderweitig versorgt und könnten schlechte Ergebnisse eventuell auch von einer fehlerhaften Beckenführung her rühren?
  • Gibt es bereits Reklamationsfälle und wie wurde seitens des Herstellers darauf reagiert?

Stimmten diese Gesichtspunkte mit meinen eigenen Anforderungen und Erwartungen überein, kann bei der richtigen Wahl des Leuchtmittels nicht mehr viel falsch laufen. Die einzelnen Aspekte, Vor- und Nachteile der verschiedenen Beleuchtungsvarianten werden wir hier nicht näher erläutern. Hierzu findet man im Netz genügend Informationen und Diskussionen. Desweiterem ist der Markt sehr schnelllebig. Wir können nur einen guten Rat geben: Seht euch laufende Becken mit der gewünschten Beleuchtung live an! So lassen sich schnell die vorhin aufgeführten Aspekte abklären und einschätzen ob man die richtige Wahl getroffen hat.

Strömungsbild

Die Umsetzung des Strömungskonzeptes wird oft unterschätzt und/oder zu wenig Priorität zugestanden.
Wenn man aber alle Versorgungsnotwendigkeiten abklärt, rückt das Strömungsbild schnell in den Vordergrund.

Korallen müssen ernährt werden. Das funktioniert nicht nur ausschließlich über eine gute Beleuchtung und der damit verbundenen Zooxanthellenaktivität. Die Tiere agieren permanent mit ihrem Umfeld. Es findet ein stetiger Wasseraustausch, Stoffein- und Austrag (Co2, Stoffwechsel, Abbauprodukte) und auch eine Filterung statt. Um diese Funktionen zu unterstützen ist eine gute Durchströmung notwendig. Sowohl gelöste Nährstoffe als auch Futterpartikel sollten permanent abgreifbar sein.

Auch andere Faktoren sprechen für ein überdachtes Strömungskonzept:

  • Sauerstoffversorgung
  • Co2-Austrag über die Wasseroberflächen
  • Co2-Austrag über die Materialoberflächen (z.B. entstandenes Co2 im Inneren des Riffmaterials oder Sandoberflächen)
  • Absorbtion und Adsorbtion diverser Stoffe
  • Nährstoffabbau durch eine zügige Verteilung auf das gesamte Wasservolumen und schnellen Transport zum Abschäumer
  • Kühlung des Beckens über die bewegte Wasseroberfläche
  • Kühlung der Fotosynthese (erzeugt Wärme) betreibenden Lebewesen (u.a. Korallen)
  • schnelle Versorgung der Biologie mit zeitlich begrenzt verfügbaren Stoffen (z.B. Vitamine, Nährstoffe)

Hilfreich sind regelbare Pumpen. Da das Riff im besten Fall einer ständigen biologischen Veränderung unterliegt, muss die Strömung flexibel angepasst werden können. Mit dem Wuchs der Korallen, verändert sich der Strömungswiderstand und Richtung genauso stark wie der Versorgungsbedarf. Manchmal reicht schon eine Positionsveränderung um wenige Millimeter, um das Strömungskonzept des kompletten Riffs maßgeblich zu verändern.

Technik im Kontakt mit Salzwasser ist besonders anfällig für Verschleiß und technische Fehler. Auch hier können wir wieder die gleiche Empfehlung wie bei der Leuchtmittelwahl geben. Hersteller, die sich auf den Bereich Meerwasseraquaristik spezialisiert haben, wissen um die Schwachpunkte und Verträglichkeiten diverser Materialien. Ein gewisser Erfahrungsstand und Marktbeständigkeit kann ebenfalls ein Qualitätsmerkmal darstellen.

Die alte Regel der „20 bis 30-fachen Umwälzung in einem bestimmten Verhältnis zum Wasservolumen“ ist nicht mehr zeitgemäß, da die Riffaufbauten inzwischen ganz anders umgesetzt werden. Zum anderen sagt die l/h nichts über die optimale Beströmung aus. Eine Pumpe sollte nicht nur nach ihrer Leistung, sondern nach ihrem Strömungsbild und Einstell-Möglichkeiten gewählt werden. Fest verbaute Pumpen sind zwar optisch ansprechender, lassen aber wenig Spielraum in der Anpassungsfähigkeit. Das Riff unterliegt ständigen Veränderungen. Entsprechend sollte man die Strömung darauf anpassen können. Sowohl in der Leistung, in der Positionierung als auch im Strömungsbild/Strömungsform. Eine Großflächige Strömung ist in den meisten Fällen sinnvoller als eine starke. Die Entscheidung sollte sich nach den Beckenmaßen, der Riffgestaltung und dem Tierbesatz richten. Manchmal ist es ratsam mit einer Pumpe eine starke Komplettumwälzung über die ganze Beckenlänge zu erzeugen und mit weiteren, leistungsschwächeren, die Strömungsfläche und Ausrichtung abzudecken. Fall das Meerwassersystem über eine sehr starke Förderpumpe verfügt, die die Komplettumwälzung im Schaubecken ausreichend abdeckt, kann oftmals komplett auf starke Strömungspumpen verzichtet werden und es reicht, wenn man bestimmte Bereiche gezielt mit leistungsschwächeren Varianten beströmt.
Querverweis: siehe „Der Riffaufbau“

Technikbecken

Das Technikbecken dient dem Zweck, die benötigte Technik soweit es möglich ist, vom Hauptbecken zu separieren, um keine oder kaum Einbußen bei der Technikauswahl aufgrund des Handlings oder des Platzangebotes in Kauf nehmen zu müssen. Des weiteren ermöglicht es uns einen guten Zugang für anstehende Wartungen ohne den Tierbesatz mit unserem Eingreifen zu stressen.
Das Volumen muss sich nach dem Wasservolumen richten, welches bei einem Stromausfall oder Abschalten der Technik in das Technikbecken abfließt. Je mehr Fläche das Technikbecken bietet, desto mehr Möglichkeiten hat man in der späteren Nutzung.
Ungenutzte Kammern sind sehr hilfreich, falls ein Tier kurzfristig separiert werden muss oder der kurzzeitige Einsatz von Wirbelbett-, Fließbett oder anderen Filtervarianten notwendig ist.
Je nach Maß und Volumen des Hauptbeckens ist es manchmal sinnvoll, das Technikbecken mit einer größeren Bodenfläche als das Schaubecken zu wählen (soweit dies baulich umsetzbar ist).

Fischbesatz

Der Fischbesatz bzw. die Fischauswahl sorgt immer wieder für hitzige emotional geladene Diskussionen in den Netzwerken.
Wann kann welches Tier „Artgerecht“ gehalten werden. Welches Becken und welches Wasservolumen ist zu klein? Welches ist angemessen?
Wirklich artgerecht ist wohl keine Tierhaltung. Weder in der Aquaristik noch in anderen Bereichen. Die Natur können wir mit unseren Mitteln nicht simulieren. Wir können für eine ansprechende Umgebung auf engstem Raum sorgen und wir können den Tieren im Gegenzug Schutz vor Fressfeinden und Naturgewalten bieten. Es ist ein goldener Käfig und solange es keine rechtlichen Auflagen für Privatpersonen bei der Haltung von Meerestieren gibt und auch keine behördliche Stelle, die den korrekten Umgang überprüft, kann man wohl nur an den gesunden Menschenverstand appellieren.

Nachzuchten gibt es leider immer noch viel zu wenig. Der Zeit- und Kostenaufwand für die Zucht übersteigt die Unkosten des Tierimports um ein Vielfaches. Erst wenn die Nachzuchtverfahren günstiger und einfacher werden, und wenn die Umstände für den Tierimport entsprechend groß (und finanziell teuer) werden, besteht die Chance auf eine (in allen Punkten abgedeckten) nachhaltige Meerwasseraquaristik.

Bis dahin liegt es in unserer Hand, die richtigen Entscheidungen zu treffen und das eigene Verlangen nach einem bestimmten Tier (um unsere „Sammlung“ zu komplettieren) vielleicht auch einmal bewusst zu ignorieren.

Zu diesem Thema könnte man wohl ganze Bücher füllen, aber unabhängig von der Verantwortung den Tieren gegenüber möchten wir die Besatzauswahl von einer ganz anderen Seite beleuchten.


Fische sind für eine gesunde Korallenpflege unabdingbar. Ohne einen angemessenen Fischbesatz bildet sich kein geschlossener biologischer Kreislauf. Es gibt vereinzelt Systeme, die ohne Fische geführt werden. Dies fordert allerdings einen enorm erhöhten Versorgungsaufwand und ein sehr gutes Feingefühl um die benötigten Nährstoffe als Zusätze manuell ins Becken einzutragen (die im besten Fall den Stoffwechsel von Fischen simuliert).

Wir empfehlen einen dem System angepassten Fischbesatz. Die Tierauswahl sollte gemischt sein. Sowohl Algenfresser als auch Zooplaktonfresser sind wichtig, da sie mit ihren unterschiedlichen Ernährungsbedarf unterschiedliche Stoffe ins Becken eintragen.
Die Tiere bringen nicht nur Nährstoffe ins Becken, die sich letzten Endes als Nitrit, Nitrat, Phosphor, Phosphat messen lassen. Sie bringen auch biologisch gebundene Spurenelemente ins Becken ein, welche von den Korallen über die Polypen als Nahrung aufgenommen werden. Eine gute hochwertige Ernährung der Fische ist das A und O. Durch richtiges Handeln kann der Korallenbesatz über den Fischbesatz ausreichend ernährt werden.
Besonders Elemente, die sich durch die Zugabe von Lösungen kaum kontrollieren lassen, da sie in nur extrem geringen Mengen im echten Meerwasser zu finden sind (oftmals unterhalb der Messgrenzen) können auf diese Weise verwertbar ins System eingebracht werden. In hochwertigem Frostfutter ist fast alles enthalten, was auch im natürlichen Meerwasser zu finden ist. Es handelt sich um Elemente wie Lithium, Bor, Phosphor, Strontium, Cadmium, Zinn, Vanadium, Aluminium, Rubidium, Eisen, Mangan, Zink, Iod, Barium, Platin, Cobalt, Nickel, Kupfer, Arsen, Selen, … als auch Fette, Eiweiße, Aminosäuren und Vitamine.
Ein Teil davon wird von den Fischen für den Eigenbedarf verwertet, aber alle überschüssigen Inhalte werden über die Verdauung wieder ausgeschieden und partikulär gebunden ins Wasser eingebracht.

Ein Nährstoffmangel lässt sich schwieriger kontrollieren, als ein Nährstoffüberfluss. Nitrat kann mit einem guten Abschäumer und bei Bedarf mit Bakterienzugaben reduziert werden, PO4 mit einem entsprechendem Absorber (und natürlich durch eine gute Beckenpflege: Reduzierung von Schmodderecken, Reinigung des Bodengrundes, Pflege des Technikbeckens etc.)

An den optimalen Eintrag sollte man sich langsam herantasten. Stockt man den Fischbesatz zu schnell auf, wird man starke Einbußen bei der Korallenhaltung in Kauf nehmen müssen. Besetzt man das Becken mit Korallen ohne den Fischbesatz zu beachten, entstehen Versorgungslücken.

Förderpumpe

Die Förderpumpe könnte als das Herz der Meerwasseranlage bezeichnet werden. Hört es auf zu schlagen, stirbt das ganze System. Daher liegt es auch nahe, dass hier zu einer besonders zuverlässigen, qualitativ hochwertigen Technik gegriffen werden sollte. Wie leise sie im Betrieb ist, ist wohl eine persönliche Empfindung und hängt letzten Endes auch vom System (und der finanziellen Investitions) ab. Wurde das Technikbecken räumlich separiert, liegt das Augenmerk des Betreibers eventuell weniger auf der Laufruhe.

Sie sollte mindestens das 5fache der Anlage pro Stunde fördern können (bei regelbaren Pumpen das 10 bis 15fach) und bestmöglich in der Leistung einstellbar sein. Die Durchlaufkraft des Systems reguliert auch den Nährstoffhaushalt des Beckens, da bei einer hohen Durchflussrate, Partikel besser und schneller in das Technikbecken abgeleitet werden können.
Je leistungsstärker die Förderpumpe ist, je moderater kann man das restliche Strömungskonzept gestalten, da die Hauptumwälzung die Förderpumpe übernimmt.
In manchen Fällen kann sogar mit mehreren Zuläufen ein nahezu perfektes Strömungsbild erzeugt werden.

Zu beachten ist die angegebene Förderhöhe/Fördermenge und das meist zur Verfügung gestellte Diagramm, in dem man die Leistung im Verhältnis zur Förderhöhe gut ablesen kann. Die Förderhöhe entspricht dem Abstand der Standhöhe der Pumpe bis zur Wasseroberfläche.

Für alle Anwender, die unsere Infos lieber in Papierform nutzen wollen, gibt es alles Wissenswerte auch als PDF in unserem Downloadbereich.